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Alpheios - Ein Firefox-Addon für griechische und lateinische Texte

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Alpheios ist ein interessantes Werkzeug für altsprachliche Texte. Ziel dieser Firefox-Erweiterung ist es, jeden altsprachlichen Text so zur Verfügung zu stellen, dass einzelne Wortformen klickbar und dann Informationen zur Morphologie und Bedeutung abrufbar sind, wie man es z.b. von Perseus gewohnt ist. Auch Interlinear-Übersetzungen können eingeblendet werden, sofern die entsprechende Seite dies zulässt. Die vorhandenen Wörterbücher gleichen denen von Perseus, d.h. für Latein ist der L&S, für Griechisch sind Authenrieths (englischsprachiges) Homerwörterbuch, der mittlere Liddell und der große Liddell-Scott-Jones verrfügbar.

Momentan befindet sich Alpheios noch im Alpha-Status, d.h. standardmäßig können nur Texte auf der Alpheiosseite (dort finden sich auch weitere Informationen und Tutorials) gelesen werden, es gibt jedoch einen kleinen Umweg, der hier beschrieben ist, um Alpheios auch für weitere Seiten freizuschalten. Die bisherige Version läuft ordentlich, wünschenswert wären natürlich wieder einmal die Einbindung von nicht-englisch-sprachigen Wörterbüchern wie dem Pape und Georges auf Zeno.org, die steigenden Benutzerzahlen von Browsern wie Google Chrome, dessen Derivat Chromium usw. lassen es natürlich auch fragwürdig erscheinen, ob man wirklich nur auf eine Firefox-Erweiterung setzen oder nicht doch besser - wie z.B. Diogenes - auf eine eigene Browserumgebung setzen sollte. Da hilft es nur, sich erst einmal an Demosthenes zu halten: πρὸς γὰρ τὸ τελευταῖον ἐκβὰν ἕκαστον τῶν πρὶν ὑπαρξάντων κρίνεται.

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 30. Dezember 2009 um 08:35 Uhr
 

Griechisch mit LaTeX und Unicode

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Altgriechische Texte lassen sich bequem mit LaTeX setzen. Benötigt werden eine TeX-Distribution (z.B. MikTeX) und ein unicodefähiger Editor (z.B. TeXmaker). In der Präambel des LaTeX-Dokuments müssen folgende Pakete eingebunden werden.

%Dokumentenklasse
\documentclass[12pt, a4paper,]{scrartcl} %Legt die Art des Dokuments fest, hier die Article-Klasse des KOMA-Scriptpaketes
%Spracheinstellungen
\usepackage[utf8x]{inputenc} %Eingabecodierung Unicode
\usepackage{ucs} %Ausgabekodierung Unicode
\usepackage[latin,polutonikogreek,ngerman]{babel} %Babel-Paket zur Unterstützung mehrerer Sprachen

Hinzu kommt ein selbstverfasster Befehl, der die Eingabe griechischen Textes mit \gk{Griechischer Text} vereinfachen soll und von der Dokumentenstandardsprache (hier: ngerman) auf Griechisch und wieder zurück schaltet:

\newcommand{\gk}[1]{\selectlanguage{polutonikogreek}#1\selectlanguage{ngerman}} %Griechisch mit Unicode

Im eigentlichen Dokument setzt man nun Griechischen Text mit diesem Befehl. Zur Unicodeeingabe eignen sich Sybilla(i) und auch Keyman.

\begin{document}
\gk{Μῆνιν ἄειδε, θεά, Πηληϊάδεω Ἀχιλῆος\\ οὐλομένην, ἣ μυρί' Ἀχαιοῖς ἄλγε' ἔθηκε,\\ πολλὰς δ' ἰφθίμους ψυχὰς Ἄϊδι προΐαψεν}
\end{document}
 

 Ein Beispieldokument, das diese Einstellungen verwendet, ist unten verlinkt. Die Standardschriftart von LaTeX bzw. KOMA-Script ist meinem ästhetischen Empfinden nach für die Darstellung griechischer Texte nicht besonders gut geeignet. Abhilfe schaffen hier die TeX-Fonts der Greek Font Society, leider ist GFS Elpis bisher nicht portiert worden. Mir gefällt momentan besonders GFS Neohellenic, nach Einbinden dieser Schriftart kommt man z.B. zu folgendem Ergebnis:

Thukydides mit GFS Neohellenic

Beispieldateien: Griechisch mit LaTeXGriechisch mit GFS Neohellenic 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 06. November 2009 um 10:49 Uhr
 

Nietzsche als Dichter

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Nietzsche - als Philosoph und Philologe hinreichend bekannt und beachtet - fristet als Dichter und, nebenbei bemerkt, als Komponist ein unbegründetes Schattendasein. Nur wenigen ist sein lyrisches Oeuvre, allen voran die Dionysos-Dithyramben, bekannt, obwohl es gleichermaßen Sprachgewalt wie Philosophie verbindet. Ross' Diktum gilt leider auch noch heute: "Er wurde [...] der größte Lyriker seiner Zeit, schwungvoller als Gottfried Keller, hinreißender als Conrad Ferdinand Meyer, tiefer und origineller als Theodor Storm, aber die Zeit [...] merkte nichts davon." (Werner Ross, Der ängstliche Adler - Friedrich Nietzsches Leben, S.675). Der Zyklus der Dionysos-Dithyramben gehört zum letzten Werkteil und Nachlass Nietzsches und ist erst 1891 postum veröffentlicht worden.
Das handschriftliche Material bietet zwei Reinschriften, eine im Sommer bzw. Herbst 1888 enstandene, in der Regel Lieder Zarathustras benannte, die sechs Gedichte enthält, die andere unter dem Titel Dionysos-Dithyramben mit sieben Gedichten, die Anfang Januar 1889, d.h. kurz nach dem Ausbruch des Wahnsinns, entstand und u.a. durch Gedichte aus dem vierten Teil von Also sprach Zarathustra angereichert ist.

Als Kostprobe der ungeheuren lyrischen Fähigkeiten Nietzsches soll hier das Gedicht Heiterkeit, güldene, komm! dienen, das neben Tag meines Lebens und Nicht lange durstest du noch eigentlich der dritte und letzte Teil des kleineren Gedichtzyklus Die Sonne sinkt ist. Das lyrische Kunstwerk, das die Vergänglichkeit des Lebens verherrlicht, kleidet sich selbst nahezu hymnenhaft in verklärend wirkendes Pathos. Der bevorstehende Tod erscheint als Ursache einer erfüllenden Heiterkeit, die es nur für "Menschen, deren Heiterkeit nicht Spiel und Oberfläche, sondern Ernst und Tiefe ist" (Hermann Hesse, Glasperlenspiel) geben kann. Die zentrale Frage dieses Gedichtes stellt Hölderlin im Hyperion: "Wenn der Baum zu welken anfängt, tragen nicht alle seine Blätter die Farbe des Morgenroths?"

Heiterkeit, güldene, komm!
  du des Todes
heimlichster süßester Vorgenuß!
- Lief ich zu rasch meines Wegs?
Jetzt erst, wo der Fuß müde ward,
  holt dein Blick mich noch ein,
  holt dein Glück mich noch ein.
Rings nur Welle und Spiel.
  Was je schwer war,
sank in blaue Vergessenheit,
müßig steht nun mein Kahn.
Sturm und Fahrt - wie verlernt er das!
  Wunsch und Hoffnung ertrank,
  glatt liegt Seele und Meer.
Siebente Einsamkeit!
  Nie empfand ich
näher mir süße Sicherheit,
wärmer der Sonne Blick.
- Glüht nicht das Eis meiner Gipfel noch?
  Silbern, leicht, ein Fisch
  schwimmt nun mein Nachen hinaus ...

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 05. November 2009 um 12:33 Uhr
 


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